metta-meditation & positive einstellungen

METTA-MEDITATION & POSITIVE EINSTELLUNGEN

von Visu Teoh

(übersetzt von barbara)

 

Metta ist ein Pali-Wort und bedeutet Wohlwollen, liebende Güte, Freundlichkeit, Liebenswürdigkeit, Nicht-Haß, Nicht-Ärger und Nicht-Ablehnung. Metta-Meditation kann sehr dabei helfen, unheilsame Tendenzen zu Haß und Ärger in uns einzudämmen und heilsame Tendenzen zu Nicht-Haß, Nicht-Ärger, Nicht-Ablehnung, Geduld, Toleranz, Ruhe, Gelassenheit, Wohlwollen, Herzensgüte, Liebenswürdigkeit und Freundlichkeit zu fördern und zu stärken.

 

In Ergänzung zur Vipassana- (Einsichts-) Meditation ermahnte uns der Buddha oft, Metta als einen der vier edlen/göttlichen/himmlischen Verweilungszustände (Brahma-Viharas) zu praktizieren. Die anderen drei göttlichen Verweilungszustände sind Karuna (Mitgefühl), Mudita (Anerkennende Freude) und Upekkha (Gleichmut).

 

Nachfolgend bieten wir einfache Anleitungen, wie man die Metta-Meditation praktiziert. Bitte versuche, dies jeden Tag zu tun, sowohl als formelle Meditation im Sitzen als auch zwanglos immer wieder, während Du Deinen alltäglichen Verrichtungen nachkommst. Wenn Du dies regelmäßig tust, wirst Du durch Deine zunehmend warme, liebevolle, herzliche, freundliche, verständnisvolle, geduldige, hilfreiche und glückliche Gesinnung eine große Bereicherung in Deinem Leben finden.

 

DAS AUSSTRAHLEN VON METTA

(GUTER WILLE, HERZENSGÜTE, GUTE WÜNSCHE, FREUNDLICHKEIT)

 

Du kannst Dich im Schneidersitz bequem auf ein Meditationskissen auf den Boden setzen oder Du kannst auf einem Stuhl sitzen. Es ist egal, ob Du auf dem Boden oder einem Stuhl sitzt, solange es Dir bequem ist und Du in dieser Stellung längere Zeit verbleiben kannst, ohne Dich bewegen zu müssen.

 

Anfangs kannst Du 15 Minuten lang sitzen und Dich dann vorarbeiten auf 30 Minuten, 40 Minuten, eine Stunde oder sogar mehr, während Du geschickter und vertrauter mit der Praxis wirst.

 

Beginne, Metta auszusenden, indem Du im Geiste die folgenden Sätze wiederholst, die Wohlwollen und warmherzige Wünsche für die Person ausdrücken, der Du sendest.

 

Wenn Du für Dich selbst wünschst, dann wiederhole:

 

"Möge ich glücklich sein.

Möge ich sicher sein.

Möge ich friedvoll sein.

Möge ich gesund sein.

Möge ich freudig/gerne für mich selbst sorgen."

 

Wenn man für eine andere Person wünscht, z.B. John:

 

"Möge John glücklich sein.

Möge er sicher sein.

Möge er friedvoll sein.

Möge er gesund sein.

Möge er freudig für sich selbst sorgen."

 

Du kannst Dich auch direkt an jemanden wenden, indem Du sagst: “John, mögest Du glücklich sein. Mögest Du sicher sein...”

 

Wünsche für diese Person, so lange Du möchtest und gehe dann zu einer anderen Person über, indem Du z.B. wünschst: “Möge Mary glücklich sein. Möge sie sicher sein.” usw.

 

Wenn Du dann zu jemand anderem wechseln möchtest, kannst Du für eine weitere Person wünschen, z.B. “Möge Richard glücklich sein. Möge er sicher sein.” usw.

 

Du kannst lange Zeit für eine bestimmte Person wünschen (und natürlich auch für Dich selbst) – sogar eine ganze Sitzung lang. Oder Du kannst die Personen abwechseln, nun diese, dann eine andere Person.

 

Du kannst auch mehrere Menschen, die Dir in den Sinn kommen, zusammengruppieren und wünschen: “Mögen sie glücklich sein”, etc.

Oder Du kannst generell an alle Wesen senden, indem Du sagst: “Mögen alle Wesen glücklich sein. Mögen sie sicher sein...”

 

Wenn wir lange Zeit oder eine ganze Sitzung lang ausschließlich an eine Person oder an alle Wesen senden, kann unsere Konzentration (Samadhi) sehr tief werden, da wir nicht überlegen müssen, für wen wir als nächstes wünschen möchten.

Jedoch stellen wir mit zunehmender Übung fest, daß wir tiefe Konzentrations-Zustände sogar dann erreichen können, wenn wir die Personen öfter wechseln.

 

Manchmal, anstatt alle fünf Sätze zu wiederholen, kannst Du einfach wünschen: “Möge diese Person glücklich sein. Möge jene Person glücklich sein...”

 

Die Praxis ist also nicht auf nur eine bestimmte Weise fixiert. Wenn Dir danach ist, alle die Sätze zu rezitieren, kannst Du das machen. Wenn nicht, sage einfach: “Möge er/sie glücklich sein.”

 

Du kannst auch besondere und spezifische Wünsche für einen Menschen aussprechen, was immer Du denkst oder beobachtest, daß sie/er gerade brauchen könnte. Falls jemand an einer ernsthaften Krankheit leidet, kannst Du wünschen: “Möge er geheilt sein. Möge er die Fähigkeit haben, sein Leiden zu ertragen. Möge er schnell und vollständig gesunden. Wenn er nicht genesen kann, so möge er das Leid ertragen können; möge er geistige Stärke finden, Geduld und Durchhaltevermögen.” etc.

Du kannst an seine Lieben und Angehörigen denken und wünschen: “Mögen auch sie fähig sein, den Kummer zu ertragen, ihren geliebten Menschen leiden zu sehen. Mögen sie ruhig sein und Kraft haben."

 

Wenn wir sagen “möge er/sie geheilt sein”, verstehen wir Heilung nicht nur als körperliche Gesundung, sondern auch als geistiges Heilen, daß der Geist geheilt sein möge und fähig, die Krankheit zu akzeptieren und sich damit abzufinden, wenn sie nicht kuriert werden kann. Und natürlich kann der Geist auch von vielen mentalen/geistigen/psychischen Wunden und Qual geheilt werden.

 

Selbstverständlich kannst Du an Deinen Ehepartner Metta senden, indem Du sagst “Möge er/sie glücklich sein.” und ebenso sagen “Möge ich ihn/sie gut und aufrichtig lieben, möge ich gut für ihn/sie sorgen”, denn wir möchten unseren Ehepartner/Lebensgefährten/Geliebten wirklich richtig gut lieben, mehr und mehr unsere Liebe bereichern und verbessern, zusammen wachsen, und lernen, immer bessere und liebevollere Partner zu sein. Natürlich kann man "gut und aufrichtig" auf vielerlei Weise weitreichender definieren:

seinem Ehepartner treu sein, Dankbarkeit und Wertschätzung zeigen, Verständnis, Vergebung, sich betreuen und füreinander sorgen, sich gegenseitig auf dem spirituellen Weg weiterhelfen und unterstützen.

 

Ebenso schließen wir unsere Kinder, Eltern, Großeltern, Brüder, Schwestern und alle anderen Familienmitglieder und nahestehenden Freunde mit ein.

 

Wenn Du zum Beispiel ein gutes Arbeitsverhältnis mit jemandem fördern möchtest, kannst Du an diese Person denken und Dich direkt (im Geiste) an ihn oder sie wenden: “Mögest Du glücklich sein. Mögen wir eine gute Beziehung zueinander pflegen. Möge uns eine gute Zusammenarbeit gelingen. Mögen wir über viel Wohlwollen und Harmonie verfügen. Mögen wir zusammenarbeiten zum größeren Wohle aller Wesen.”

 

Wenn Du für Dich selbst wünschst “Möge ich glücklich sein”, kannst Du zusätzlich auch spezifische Dinge wünschen oder positive Resolutionen/Vorsätze fassen, wie z.B. “Möge ich Glauben und Vertrauen haben in mich selbst und das Dhamma/Dharma." 'Möge ich geduldig sein." "Möge ich Kraft, Vertrauen und den Mut haben, mich allen Herausforderungen des Lebens zu stellen." "Möge ich Fokus und Konzentration haben in allem, was ich tue." "Möge ich hart arbeiten, fleissig, diszipliniert sein.” etc., - was immer relevant oder sinnvoll zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist.

 

Also kannst Du manchmal einfach immer wieder die fünf Sätze wiederholen, oder einen oder zwei dieser Sätze, und bisweilen kannst Du spezifische Wünsche oder Affirmationen hinzufügen, um dann wieder zu den Standard-Formulierungen zurückkehren.

 

Bedeutung der Wünsche

 

Was die Standard-Sätze anbelangt, verstehen wir ihre Bedeutungen wie folgend:

 

Glücklich zu sein, heißt, nicht traurig, elend, unglücklich oder depressiv zu sein; es heißt glücklich, freudig, heiter, unbeschwert, zufrieden zu sein. Wir können uns glücklich fühlen, indem wir die vielen Segnungen, das Gute in unserem Leben zählen und indem wir bedenken, wie glücklich wir uns schätzen können, das Dhamma – die Gute Lehre – zu kennen, das uns führt und leitet; daß wir geliebte Menschen haben, die uns lieben und für uns sorgen, daß wir genug haben, um unsere Grundbedürfnisse wie Essen, Kleidung und Schutz im Leben zu decken; daß wir Freunde haben, die gut und liebevoll zu uns sind; daß wir bei einigermaßen guter Gesundheit sind usw. Wir können ein kleines Lächeln auf unser Gesicht zaubern, wenn wir für uns selbst wünschen "Möge ich glücklich sein.". Ein Lächeln ist stets ein Weg, uns sofort leichter und besser zu fühlen.

 

Sicher zu sein bedeutet, frei zu sein von Verletzung und Gefahr, sowohl von innen, als auch von außen. Innere Gefahr bezieht sich auf unseren eigenen Geist, der, wenn er außer Kontrolle gerät (durch Abhängigkeit, Angst, Wut, Scham, Depression usw.) uns Leid verursachen und eine große Gefahr darstellen kann. Unter äußeren Gefahren versteht man Unfälle, Unglück, Unheil, Katastrophen, Missgeschicke, Fehlschläge, und Menschen, die uns feindlich gesinnt sind oder böse Absichten uns gegenüber haben.

 

Friedvoll zu sein, heißt frei von geistigem Leiden zu sein, frei von Sorge, Ängstlichkeit, Furcht, Haß, Ärger, Gereiztheit, Verdruß, Trauer, Unglücklichsein, Depression, Elend, Verzweiflung, Neid, Eifersucht, Geiz, geistigem Aufruhr, Verwirrung und Täuschung.

 

Gesund zu sein, heißt frei sein von körperlichem Leiden wie Schmerzen und Krankheit. Jedoch wissen wir, daß wir nicht immer frei sein können von körperlichem Leiden, daß wir manchmal Krankheiten ausgesetzt sind und schließlich dem Tod. Wann immer wir mit Krankheiten und Tod konfrontiert sind, wünschen wir, daß wir ihnen gesetzt, ruhig, friedvoll, sogar heiter in's Auge sehen, wobei wir natürlich Heilung für unsere Gebrechen suchen, wann immer dies möglich ist. Allgemein jedoch wünschen wir, daß wir so gesund wie möglich sein können.

 

Freudig/gerne für sich selbst zu sorgen bedeutet die Fähigkeit, uns gut um unseren Geist und unseren Körper zu kümmern; unsere Arbeit sorgfältig zu verrichten, unseren Verantwortungen, Aufgaben und Pflichten nachzukommen, sie gut und sorgfältig zu erfüllen; unsere Beziehungen zu pflegen, d.h. so gut wir können, zuträgliche, gesunde, glückliche, harmonische, liebevolle, freundliche, verständnisvolle, sinnvolle, wohlwollende und konstruktive Beziehungen zu kultivieren und zu bewahren; uns um alle Bereiche unseres Lebens gut zu kümmern.

 

DIE KRAFT VON METTA

 

Metta Meditation ist ein Weg, allen Wesen gegenüber Liebe und Güte in unserem eigenen Geist und Herzen zu kultivieren. Wenn wir Metta senden, fühlen wir uns dadurch besser, daß wir uns selbst von Gefühlen des Hasses, des Ärgers, der Böswilligkeit, der Feindseligkeit und des Übelnehmens befreien.

Studien in Gehirnforschung haben aufgezeigt, daß Meditation positive Veränderungen im Gehirn herbeiführt. Mit dem Erzeugen von Metta schaffen wir einen neuralen Weg im Gehirn, der sich zu einer großen "Autobahn" ausweitet, wenn wir immer und immer wieder die "Metta-Route" nehmen. Während diese "Metta-Neuronen" fortgesetzt feuern, so können wir uns vorstellen, wie sich der Geist/das Gehirn selbst in Richtung Wohlwollen und liebender Güte konditioniert, im Gegensatz zu Haß und Ärger.

 

Das Kultivieren von Wohlwollen ist natürlich gut und recht; doch mögen manche Leute in Frage stellen, ob diese Wünsche praktisch oder realistisch sind, da sie nicht vollständig verwirklicht werden können, weil ja niemand im Leben völlig frei von Leiden oder immerzu glücklich sein kann. Obwohl es natürlich wahr ist, daß wir ein gewisses Maß von Leid im Leben akzeptieren und dem in's Auge sehen müssen, ist es doch gut, Wohlsein zu wünschen; es ist so, als sagten wir ein Gebet für das Wohl von uns selbst and von anderen. Gemeint ist, daß wir wünschen, so weit wie möglich glücklich zu sein. Es wird unseren Geist oder unser Gehirn dahingehend konditionieren, in die Richtung des Glücklichseins zu streben, die zuträglichen Einstellungen und Haltungen zu kultivieren, die dem Glücklichsein förderlich sind.

 

Es liegt eine geistige Kraft im Wünschen; es kann positive Ergebnisse herbeiführen, natürlich von anderen Faktoren abhängig wie z.B. dem Gesetz des Kamma/Karma. Wenn wir anderen Gutes wünschen, senden wir gute mentale Schwingungen aus, die einen positiven Effekt für diese jeweiligen Menschen haben können. Wer weiß, wie sehr diese Ausstrahlungen, diese geistige Energie, helfen können, andere mental oder körperlich aufzurichten oder zu unterstützen?

 

Kontrollierte Doppelblindstudien, die 1998 an zwei amerikanischen Krankenhäusern durchgeführt wurden, haben aufgezeigt, daß Kranke, für die gebetet wurde, sich schneller erholten und mit weniger Komplikationen zu tun hatten als jene, für die nicht gebetet wurde, wobei die Menschen, für die gebetet wurde, keine Kenntnis von diesen Bemühungen für sie hatten. In Korea waren Forscher erstaunt über das Ergebnis, daß Frauen, die sich in einer Fruchtbarkeitsklinik um Schwangerschaft bemühten und für die von außerhalb gebetet wurde, zweimal so häufig schwanger wurden als jene, die keine Gebete empfangen hatten.

 

Viele Menschen haben berichtet, daß sich nach dem Ausstrahlen von Metta an schwierige Menschen diese Beziehungen deutlich verbessert haben. Im Allgemeinen erfahren Menschen, die täglich Metta praktizieren, verbunden mit Weisheit und den rechten Einstellungen im Leben, einen glücklicheren Geisteszustand in ihrem Alltag.

 

Doppelblindstudien sind beeindruckend, da niemand weiß, wer Gebete empfängt und wer nicht, und die Studien somit den Placebo-Effekt (die Kraft des suggestiven oder positiven Denkens) ausschließen oder verringern. Was sogar noch mehr beeindruckend ist, sind die Studien mit nicht-menschlichen Wesen, dem amerikanischen Doktor Larry Dossey zufolge. Seiner Aussage nach tendieren Bakterien, für die gebetet wird, dazu, schneller zu wachsen, und Samen, für die gebetet wird, neigen dazu, schneller zu keimen. "Ich mag diese Studien, da sie mit großer Exaktheit durchgeführt werden können, und sie schließen alle Wirkung der Suggestion und des positiven Denkens aus, da wir sicher sein können, daß diese Wirkung nicht vom Placebo-Effekt herrührt. Mäuse, Samen und Mikroben denken vermutlich nicht positiv!" fügte er hinzu.

 

Der Botaniker Luther Burbank glaubte, daß das Geheimnis verbesserter Pflanzenzüchtungen – neben wissenschaftlichen Kenntnissen natürlich – Liebe ist. Während er Versuche anstellte, dornenlose Kakteen zu züchten, sprach er oft mit den Pflanzen. "Ihr habt nichts zu fürchten", sagte er ihnen. "Ihr braucht Eure verteidigenden Dornen nicht. Ich werde Euch beschützen." Mit der Zeit entwickelte die nützliche Wüstenpflanze eine dornenlose Art.

 

Der japanische Forscher Masaru Emoto fand heraus, daß sogar Wasser auf Gebete und positive Gedanken reagiert, indem es schöne kristalline Muster formt, während das Gegenteil der Fall ist, wenn es negativen und gewalttätigen Gedanken ausgesetzt ist.

 

Der wandernde Geist

 

Während Du Metta schickst, könnten verschiedene Gedanken aufsteigen, der Geist wandert vielleicht hierhin und dahin, aber das ist okay; nimm einfach wahr, daß der Geist abgeschweift ist und bringe ihn zurück zum Metta. Mit der Zeit wird der Geist immer weniger abgelenkt sein und wird auf der Metta-Spur bleiben.

 

Pass' gut auf, wenn Du an eine bestimmte Person sendest, daß Du Dich nicht in Gedanken über diese verlierst. Bleib’ einfach beim Thema, d. h. beim Aussenden des Metta, der Wiederholung der Sätze. Du kannst Dich jedoch bei Gelegenheit der Liebenswürdigkeit und Freundlichkeit erinnern, die Dir jemand entgegenbrachte, der guten Zeiten, die man zusammen erlebt hat, und somit ehrliche Dankbarkeit für diese Person spüren und ihr (im Geiste) sogar sagen: “Ich danke Dir sehr für Deine Liebenswürdigkeit und Freundschaft, für alles, was Du für mich getan hast”, und dann wünschen, daß dieser Mensch glücklich sein möge usw.

 

Du kannst von Zeit zu Zeit die Achtsamkeit auf den Körper richten, während Du Metta sendest. Du kannst fühlen, wie Dein Körper hier und jetzt anwesend ist, die Empfindungen der Berührungspunkte, z.B. zwischen dem Gesäß und dem Sitz, der Beine, Hände usw. erspüren. Von Zeit zu Zeit kannst Du auch erkennen, in welchem Zustand sich Dein Geist befindet; Du kannst erfassen, wenn die Metta-Sätze leicht fließen und wie der Geist ruhiger wird, absorbiert und friedvoll. Du kannst recht klar erkennen, wie der Geist in einen ruhigen Zustand gesunken ist.

Falls Du des Wiederholens der Sätze müde wirst oder wenn Du bemerkst, daß Dein Geist von selber damit aufhört, kannst Du Dich in der einfachen Bewußtheit Deines Körpers und Geistes ausruhen. Auch dies kann entspannend und beruhigend sein. Und wenn der Geist dann wieder bereit ist, kann er das Metta-Aussenden wieder aufnehmen.

 

Was Schmerzen und Beschwerden des Körpers anbelangt, so brauchst Du sie nicht benennen und beobachten, weil Du ja keine Vipassana-Meditation ausführst. Du kannst fortfahren, Metta zu senden und den Schmerz einfach tolerieren oder ignorieren, und nach einiger Zeit kann es möglich sein, daß Du ihn nicht mehr spürst. Aber fallst Du den Schmerz oder das körperliche Unbehagen ablenkend oder unerträglich findest, kannst Du jederzeit achtsam Deine Körperhaltung ändern, Deine Beine bewegen usw., um Dir Erleichterung zu verschaffen, und dann mit Deinem Metta fortfahren. Wenn Du es zuträglicher findest, bei Deiner Metta-Meditation auf einem Stuhl zu sitzen, dann steht Dir das frei.

 

Wenn Du Metta sendest, dann kannst Du Dir, wenn Du möchtest, anfangs oder gelegentlich die betreffende Person im Geiste vor Augen führen/vorstellen und spüren, wie Dein Metta zu ihm oder ihr hinfließt. Visualisieren/Vorstellung ist wahlweise, und Du kannst es tun, wenn Du es hilfreich findest. Was vor allem zählt, ist einfach der gute Wunsch, den Du für die Person aussprichst.

 

Was die Geschwindigkeit des Rezitierens anbelangt, so kannst Du so langsam oder schnell rezitieren, wie Du möchtest. Anfangs magst Du die Sätze vielleicht langsamer hersagen; wenn Du z.B. sagst: “Möge John glücklich sein” usw., kannst Du die Bedeutung dieser Worte richtig deutlich erfühlen, aber nach einiger Zeit, wenn Du willst, kannst Du schneller werden. Wähle eine Geschwindigkeit, die Dir zusagt - schnell, langsam oder gemäßigt. Selbst wenn Du nicht über die Bedeutung der Worte nachdenkst, während Du sie hersagst, so ist ihr Sinn, ihre Bedeutung, doch bereits verstanden, und der gute Wunsch und gute Wille sind ja gegeben und werden durch diese Formulierungen ausgedrückt. Ebenso kannst Du die Geschwindigkeit wahlweise entsprechend anpassen, wie beim Autofahren, einmal schneller, dann langsamer werdend. Mache es so, wie Du magst, auf eine Weise, die Du behaglich findest und die daher zu einem angenehmen und friedvollen Geisteszustand führt. Es gibt keine allgemeingültige Regel. Der Geist ändert sich – manchmal möchte er es auf diese Art machen, und manchmal auf jene Art. Du kannst kreativ sein. Experimentiere und sieh' einfach, wie es läuft. Es gibt nicht nur den einen, starr festgelegten Weg, sondern vielerlei Art und Weise, wie man Metta senden kann.

 

Personengruppen

 

Du kannst an vielerlei verschiedene Menschen senden, wie an Deine Lieben, Freunde, Wohltäter, an Menschen, die freundlich und hilfsbereit zu Dir waren (auch schon vor langer Zeit), und denen gegenüber Du Dankbarkeit empfindest, an Gelegenheitsbekanntschaften, Menschen, die Du nicht gut kennst oder nur vom Sehen her kennst, und an schwierige Menschen. Schwierige Menschen können diejenigen sein, die Dich nicht mögen, die feindselig zu Dir sind, die Dich vielleicht als ihren Feind sehen (obwohl Du von Deiner Seite aus nicht wünschst, irgendjemanden als einen Feind zu betrachten, sondern eher als jemanden, mit dem Du Schwierigkeiten hattest). Schwierige Menschen könnten diejenigen sein, mit denen Du jetzt gerade Konflikte hast oder in der Vergangenheit hattest. Als schwierige Menschen könnten wir jene bezeichnen, die uns auf irgendeine Art sehr verletzt haben. Jedoch möchten wir ihnen trotzdem Gutes wünschen, die Vergangenheit Vergangenheit sein lassen, und Metta senden, Wohlwollen allen Wesen gegenüber haben, ohne Ausnahme.

Mache Dir klar bewußt, daß, wann auch immer Du Glück für eine andere Person wünschst, dieses Glücklichsein stets eine heilsame, gute Art von Glück sein soll; nicht ein Glück, das auf Kosten anderer geht, indem diese Person sie verletzt oder mißbraucht, sondern ein Glück, das von Liebe und Freundlichkeit anderen gegenüber herrührt. Mit dieser Grundvoraussetzung und mit Verständnis und Klarsicht sollte es Dir leichter fallen, einer schwierigen Person Metta zu senden.

 

Wenn Du Dich doch mit einem schwierigen Menschen treffen oder mit ihm/ihr umgehen mußt, kannst Du wünschen: “Möge er/sie glücklich sein. Möge sich die Beziehung verbessern. Mögen wir besser miteinander auskommen.” usw. Wenn Du das Gefühl hast, daß diese Person sich in bestimmter Weise ändern sollte, könntest Du wünschen: “Möge er/sie sich zum Besseren wenden zu seinem/ihrem eigenen Nutzen und Wohl. Möge er/sie sich in dieser oder jener Weise wandeln”, obwohl Du natürlich weißt, daß wir letztendlich niemanden ändern können; auch diese Person muß sich selbst ändern; wir können nur unsere eigenen Haltungen/Einstellungen verändern und unsere Art, auf andere einzugehen - mit Gleichmut, Mitgefühl, Verständnis, Liebe, Loslassen, etc.

 

Schwierige Personen können manchmal die uns sehr nahestehenden und geliebten Menschen sein, denn wenn wir uns so nahe sind, können wir Konflikte und Schwierigkeiten miteinander haben, wie wir ja wissen. Also müssen wir sehr viel Liebe, Freundlichkeit und Herzlichkeit, Mitgefühl, Toleranz, Geduld, Verständnis, Weisheit und Vergebung kultivieren. Wenn Du es zu schwierig findest, an eine problematische Person Metta zu senden, kannst Du dies zu einem anderen Zeitpunkt tun, wenn Du eher bereit oder geneigt dazu bist.

 

Vergebung/Verzeihen

 

Das Verzeihen selbst ist eine Praxis. Rachsüchtige Gedanken und Groll in uns zu beherbergen ist schmerzlich. Wir verzeihen, um uns selbst von den vergiftenden und schmerzlichen Gefühlen des Hasses, des Ärgers, der Bitterkeit und Unversöhnlichkeit zu befreien. Wir verzeihen, selbst wenn die betreffende Person reuelos ist und unsere Vergebung nicht sucht. Es ist natürlich unbestreitbar, daß diese Person uns verletzt hat, aber wir müssen diese Verletzung nicht immer und immer wieder in unserem Herzen und Geist erleben. Wir wollen loslassen und weitergehen. Wir möchten glücklich im gegenwärtigen Augenblick leben.

 

Es ist möglich, jemandem auch ohne Aussöhnung zu verzeihen, obwohl eine Versöhnung, wenn irgendwie möglich, natürlich immer erstrebenswert ist. Wir können jemandem von weitem vergeben, ohne jemals wieder mit ihm verkehren zu müssen. Verzeihen heißt nicht, daß wir entschuldigen oder gutheissen, was jemand getan hat. Verzeihen bedeutet nicht, daß wir erlauben, daß wir weiterhin verletzt oder mißbraucht werden. Wir können unseren Umgang mit der betreffenden Person abbrechen oder angemessene Schritte unternehmen, um uns selbst zu schützen und unsere Selbstachtung und Würde zu bewahren.

 

Manche Menschen können leichter verzeihen als andere. Vergebung ist ein Prozess, der Zeit brauchen kann. Aber indem wir daran arbeiten und fortgesetzt weise Reflektion ausüben, um uns zu helfen, loszulassen, dann stellen wir fest, daß der Schmerz, den wir fühlen, immer weniger wird. Und schließlich merken wir, daß wir vergeben haben.

 

Kannst Du Metta an einen verstorbenen Menschen senden?

 

Ja, warum nicht? Im Buddhismus glauben wir, daß die verstorbene Person irgendwo wiedergeboren worden ist. Also können wir denken: “Möge dieser Mensch, wo immer er/sie sein möge, glücklich sein, sicher sein...”. Wir richten unser Metta auf die Fortdauer dieses Menschen in seiner neuen Existenz. Selbst in diesem einen Leben sind wir nicht dieselbe, sondern eine sich stets verändernde Person, die sich wandelt von jung zu alt, sich ändert von Augenblick zu Augenblick. Unser Metta braucht nicht aufzuhören, wenn ein Mensch tot ist. Wir können fortfahren, Metta zu senden, indem wir denken: “Ich wünsche Dir Gutes, mögest Du glücklich sein, wo immer Du jetzt sein magst...” Was für eine wundervolle Weise, uns unserer Verstorbenen zu erinnern! Unsere Beziehung mit ihnen hört ja nicht auf, nur weil sie von uns gegangen sind.

 

Experimentiere!

 

Es gibt vielerleit Art und Weise, Metta zu senden. Du kannst immer experimentieren und herausfinden, auf welche Art es für Dich am besten funktioniert. Manche Leute finden das Rezitieren von Formulierungen zu monoton und es läuft für sie nicht so glatt. Vielleicht entdecken sie dann, daß Visualisation/Sich-Vorstellen besser für sie geht, das heißt, sie stellen sich vielleicht vor, daß ihr Metta zu anderen in der Form eines Lichtstrahls aus ihrem Herzen scheint. Sie könnten sich die Person vorstellen, wie sie lächelt oder glücklich ist, von herrlicher Landschaft umgeben ist, oder von goldenem Licht umhüllt ist.

Was immer für Dich funktioniert, ist gut. Was wirklich zählt, ist, das Metta am Laufen zu halten, und dies auf entspannte und angenehme Weise zu tun. Und mit der Zeit wird es Dir immer besser gelingen. Es gibt keinen Ersatz für die Praxis. Übung ist der Schlüssel zum Erfolg.

 

Sende Metta im Alltag

 

In unserem alltäglichen Leben senden wir Metta jederzeit, überall, in jeder Körperhaltung und jeder Situation, ob wir sitzen, gehen, liegen, stehen, arbeiten, essen, autofahren usw. Alles was wir tun müssen, ist einfach den Gedanken denken: "Mögen alle Wesen glücklich sein", oder "Möge der oder jener glücklich sein", oder "Mögen alle diese Menschen um mich herum glücklich sein."

 

Wenn das Telefon läutet, kannst Du sofort dem Anrufer einen Metta-Gedanken schicken, "Möge diese Person (wer immer es sein mag, der anruft) glücklich sein!" Und wenn Du den Hörer aufnimmst, kannst Du fortfahren zu wünschen, "Möge diese Person glücklich sein." Und dann widmest Du natürlich dem Anrufer Deine volle Aufmerksamkeit und Dein Wohlwollen, wenn Du mit ihm/ihr sprichst, und gehst so gut Du kannst auf ihn/sie ein.

Ebenso, wann immer Du jemanden anrufen willst, kannst Du Metta an diese Person schicken, kurz bevor Du den Anruf tätigst und auch im Laufe des Gesprächs oder während Du darauf wartest, daß die Person den Anruf entgegennimmt. Genauso gilt das, wenn Du eine SMS-Nachricht hereinkommen hörst oder wenn Du selbst eine SMS schickst.

 

Du kannst achtsam sein, wenn Du eine Tür öffnest, bewußt Deine Hand ausstrecken, und wenn sie die Türklinke berührt und sie herunterdrückt, kannst Du wünschen: "Mögen alle Wesen glücklich sein." Genauso, wenn Du ein Licht an- oder ausmachst, kannst Du stets sowohl Achtsamkeit als auch Metta einbeziehen (achtsam sein, während Du Deine Hand ausstreckst und wünschend, während Deine Finger den Schalter drücken: "Mögen alle Wesen glücklich sein.")

 

Wenn Du ein gerahmtes Bild an der Wand oder auf einem Regal siehst, dann kannst Du der Person oder den Personen auf dem Bild wünschen, daß sie glücklich sein mögen. Wenn Du Fische in einem Aquarium siehst, kannst Du wünschen, daß die Fische glücklich sein mögen. (Oft wünsche ich, daß sie in ihrem nächsten Leben als Menschen wiedergeboren werden können!)

Beim Essen kannst Du auch Metta senden, während Du kaust. Genauso, wenn Du badest, duschst, Dich wäschst, Deine Zähne putzt, auf der Toilette sitzt, in Deinem Kaffee rührst, usw. Wenn jemand mit Dir spricht, kannst Du, während Du zuhörst, Deinem Gegenüber immer wieder einfach ein paar Augenblicke Metta senden.

 

Wann immer Dir jemand im Laufe des Tages in den Sinn kommt, kannst Du unmittelbar Gutes für diesen Menschen wünschen. Während Du Dich um Deinen Alltag kümmerst, kannst Du den Menschen um Dich herum gute Wünsche senden. Sogar wenn Du in einer Schlange im Supermarkt stehst, in einem Stau steckst, im Krankenhaus warten mußt oder irgendwo anders auf etwas oder jemanden wartest, während Du die Straße entlang gehst, immer kannst Du Metta ausstrahlen. Du kannst Metta an Tiere senden – Hunde, Katzen, Vögel, Fische, Insekten – und an Geisteswesen/nicht-menschliche Wesen.

Wenn Du ein Flugzeug am Himmel siehst, kannst Du dem Piloten, der Crew und den Passagieren an Bord Metta schicken. Wenn Du die Sirene eines Krankenwagens hörst, kannst Du dem Patienten, der wahrscheinlich verletzt oder ernsthaft krank ist, Gutes wünschen, und ebenso dem Fahrer und den Sanitätern, die ihn schnell in's Krankenhaus bringen. Wenn Du den Muezzin hörst, der die Muslime zum Gebet ruft, kannst Du ihm Metta senden.

In der Tat, aus welcher Quelle auch immer ein Geräusch kommt (z.B. Vogelgezwitscher, ein Verkäufer, der seine Waren zum Verkauf ausruft), dorthin kannst Du Metta schicken an das oder die Wesen, von denen das Geräusch stammt.

 

Mit fortschreitender Praxis stellst Du fest, daß Dir eine stets wachsende Liste von Menschen in den Sinn kommt, denen Du Metta senden kannst, und sie reicht von den Menschen, die Du vor langer Zeit gekannt hast, bis hin zu jenen, die Du gerade erst kennengelernt hast. Du wirst erfahren, daß es Dir zur Gewohnheit geworden ist, immer wieder an jemand Bestimmten oder an alle Wesen Metta zu senden. Des Weiteren läuft unsere Praxis des Metta und der Achtsamkeit zusammen. Wenn Du Dir des Körpers und des Geistes bewußt bist, findest Du immer wieder Momente dazwischen, in denen Du Metta ausssenden kannst. Du wirst immer mehr Erfindungsreichtum erlangen, wie Du Metta in allen möglichen Situationen und Umständen ausstrahlen kannst. Dein Geist wird heilsamer und glücklicher sein, ausgefüllt sowohl mit Metta als auch mit Achtsamkeit. Als Folge wird es weniger Platz und Zeit in Deinem Geist für das Auftreten negativer und streunender Gedanken geben, die sich im Laufe des Tages bloß Deiner Energie bemächtigen.

 

Und wenn Du abends zu Bett gehts, fährst Du fort, Metta zu senden, bis Du einschläfst. Wenn Du morgens aufwachst, tue das mit einem strahlenden Lächeln, und ganz natürlich wünschst Du Gutes für alle Wesen, auch wenn Du aufstehst, um Dich zu waschen. Du bist entschlossen, den Tag heiter und glücklich anzugehen, mit Mut und Vertrauen.

 

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Es ist wichtig, oft Metta zu praktizieren. Der Buddha sprach von der Befreiung des Geistes durch Liebende Güte (metta-cetovimutti). Metta ist wie lebensspendende Feuchtigkeit. Vipassana (Einsichts-Meditation) kann, im Vergleich zur Metta-Praxis, recht trocken oder unpersönlich erscheinen, denn bei Vipassana geht es darum, Nicht-Selbst und die endgültige Wahrheit zu sehen; nama-rupa (Geist und Materie/Name und Form) als wesenlose Erscheinungsformen ohne Beständigkeit, dauerhaftes Glück und persönliches Selbst zu sehen.

 

Metta ist anders. Es arbeitet im Bereich der konventionellen Wirklichkeit. Es verbindet uns mit anderen. Es bietet ein ergänzendes Gleichgewicht und eine Bereicherung/Erweiterung zu Vipassana; es ist wie lebensspendende Feuchtigkeit und Nährkraft für das Herz, besonders in harten Zeiten. Wir fühlen uns gut, wenn wir anderen Gutes wünschen, besonders unseren Lieben, Freunden und Wohltätern. Es ist schön, sie einfach in unsere Gedanken zu rufen und ihnen Gutes zu wünschen.

 

Metta enfernt viel Böswilligkeit, schwächt die Wurzel des Hasses, des Ärgers und der Abneigung. Es hilft uns dabei, unseren Ärger, Unwillen, unsere Reizbarkeit, Ungeduld und Intoleranz in großem Ausmaß zu reduzieren. Es macht uns wärmer, freundlicher, herzlich und liebevoll. Wir neigen dazu, öfter zu lächeln. Wir werden mit anderen besser auskommen und mehr Freunde gewinnen.

 

Also ist Metta eine wunderbare Ergänzung zu Vipassana. Vipassana ist wesentlich, um die Vier Edlen Wahrheiten zu sehen, die geistigen Verunreinigungen zu entwurzeln, dem Leiden ein Ende zu setzen und Nibbana zu verwirklichen – den höchsten Frieden und das höchste Glück, das mit dem Entfernen von Gier, Haß und Täuschung entsteht, während Metta unsere Herzen mit liebender Güte und Wohlwollen allen Wesen gegenüber erfüllt.

 

Metta (Liebende Güte) ist eine der vier Brahma–Viharas (göttliche Verweilungszustände). Somit kultivieren wir zu gegebener Gelegenheit neben Metta auch das Mitgefühl, die Anerkennende Freude und den Gleichmut, in Ergänzung zu all den edlen Werten im Leben.

 

Kurz gefaßt: Bei Mitgefühl- (Karuna-) Praxis konzentrieren wir uns auf die Menschen, von denen wir wissen, daß sie körperlich oder geistig leiden, und wir wünschen, daß sie geheilt sein mögen und frei von ihrem Leiden, oder was immer das best-mögliche Ergebnis für sie sein kann. Wir wünschen auch, daß sie ihr Leid mutig ertragen können und ihren Geist ruhig und frievoll bewahren können. Genauso wie in der Metta-Praxis wiederholen wir einfach die entsprechenden Sätze. Natürlich können wir ebenso für uns selbst wünschen, daß wir geheilt sein mögen und frei von Leiden.

 

Für Anerkennende Freude, wiederhole immer wieder den Satz: "Ich freue mich. Ich bin glücklich, ich bin dankbar", und denke an all die vielen Segnungen, all das Gute in Deinem Leben. Wenn Du Deinen Geist dem Zählen Deiner Segnungen zuwendest, wirst Du erstaunt sein, wie viele Dinge Du findest, für die Du anerkennend und dankbar sein kannst. Weiterhin denke an andere, die auf die eine oder andere Art vom Glück begünstigt sind und sage: "Ich freue mich. Ich bin glücklich für Dich." Hin und wieder kannst Du hinzufügen: "Möge, was Du hast, nicht verloren gehen. Mögst Du weiterhin Erfolg haben und gedeihen."

 

Den Gleichmut betreffend, wiederhole einen oder mehrere der folgenden Sätze: "Möge ich gleichmütig sein." "Möge ich ruhig sein." "Ich bin offen, ausgeglichen und friedvoll." "Ich nehme die Dinge hin, wie sie kommen." "Ich bin gefaßt, ruhig, friedvoll, easy, relaxed/entspannt." "Möge ich das Entstehen und Vergehen der Dinge mit Gleichmut betrachten." "Möge ich Widrigkeiten mit Gleichmut begegnen." "Möge ich im Frieden sein mit mir selbst und der Welt;" "Möge ich den acht weltlichen Bedingungen gegenüber gleichmütig sein." (Diese acht Bedingungen sind Gewinn und Verlust, Leiden und Freude, Lob und Tadel, Ruhm und Verruf.)

 

Was für ein Glück ist es für uns, daß wir diese wunderbare Praxis haben, die uns helfen kann, einen Blumenkranz aus unserem Leben zu machen! Mögen wir in Freude und Frieden leben und mit dem Erblühen liebender Güte, Mitgefühl und all den Werten, die uns lieb sind, ein echter Segen in der Welt werden.

 

 

POSITIVE AFFIRMATIONEN

 

Beherztheit, Mut, Begeisterungsfähigkeit, die Weigerung, sich einschüchtern zu lassen, Glauben und Vertrauen in sich selbst zu haben, in das eigene Gut-Sein, die eigene Aufrichtigkeit und Integrität, auf die Selbst-Verpflichtung zu einem wertorientierten Leben und darauf, daß man allen Herausforderungen und Schwierigkeiten im Leben gegenübertreten kann und desto weiser und stärker daraus hervortritt – dies sind die Qualitäten, die wir in unser Leben einbringen möchten.

 

Positive Affirmationen/Bekräftigungen arbeiten nach demselben Prinzip wie Metta-Meditation. Du bildest Formulierungen darüber, was und wie Du sein möchtest, und Du sagst Dir diese Sätze immer wieder vor. Dadurch wirst Du Deinen Geist programmieren bzw. konditionieren, das zu werden, was Du werden möchtest. Du wirst neue und positive neurale Verbindungswege in Deinem Gehirn bilden. Du wirst zu dem werden, was Du denkst. Diese wiederholten Bekräftigungen werden Dich dahingehend konditionieren, daß Du die notwendigen Maßnahmen ergreifst, um zu werden, was Du sein möchtest.

 

Wie beim Ausstrahlen von Metta können die positiven Affirmationen als formelle Meditation praktiziert werden, indem Du Dich hinsetzt und im Geiste für Dich die betreffenden Formulierungen rezitierst, so lange Du möchtest, sogar eine ganze Stunde lang, bis die Worte leicht fließen. Wenn Du tiefgreifend von der Rezitation eingenommen wirst, ist dies sehr angenehm, da der Geist in einen ruhigen und gelassenen Zustand sinkt.

 

Zusätzlich zum formellen Sitzen kannst Du diese Formulierungen auch überall und jederzeit für Dich aussprechen, sogar wenn Du Deinen täglichen Aktivitäten nachgehst. Eine Kombination formeller und zwangloser Praxis kann Deine geistige Entschlossenheit, zu sein, was Du sein möchtest, nur noch stärken.

 

Nachfolgend findest Du einige Beispiele positiver Formulierungen. Natürlich steht es Dir frei, Deine eigenen Sätze zu bilden, die Du sinnvoll und relevant/passend für Dich selbst findest.

 

***

 

Ich habe Glauben und Vertrauen in mich selbst und meinen Entwicklungsprozess (d.h. die Entwicklung im Leben, die man gerade durchmacht, daß wir entlang unseres Weges lernen und wachsen.).

 

Ich habe Vertrauen, Stärke und Mut, allen Herausforderungen und Schwierigkeiten im Leben gegenüberzutreten.

 

Ich werde mit Freude und Ungezwungenheit leben, mit Leichtigkeit des Herzens und Geistes (nicht so verkrampft und mühselig).

 

Ich werde nicht mit Sorge und Ängstlichkeit leben. Ich verbanne negative, bedrückende und ungesunde/unzuträgliche Gedanken aus meinem Geist.

 

Ich werde meine Einschränkungen/Grenzen mit Leichtigkeit und Humor ansehen (und nicht mit Selbst-Haß. Ich werde auch sehen, wie ich diese Einschränkungen allmählich überwinden kann.)

Ich werde aufhören, mit Ärger zu reagieren.

Ich bin geduldig, liebevoll, sanft und freundlich.

Ich bin geduldig. Ich kann warten. Ich kann aushalten und erdulden.

Ich werde es weiter versuchen und nicht aufgeben.

Ich bin zäh. Ich kann erdulden. Ich habe keine Angst vor dem Leiden. Ich kann viel Leid ertragen (wenn ich muß).

Ich habe innere Stärke, innere Gefaßtheit, und Fähigkeit/Leistungsvermögen.

Ich werde allen ein guter und echter Freund sein.

Ich bin geduldig, achtsam und ruhig.

Ich bin glücklich und heiter/froh (nicht melancholisch und deprimiert/depressiv).

Ich bin ruhig, cool/gelassen, easy/locker/ungezwungen/leichten Herzens und entspannt.

Ich werde öfter lächeln und lachen.

Ich werde alles als eine Herausforderung und eine Lerngelegenheit ansehen.

 

Ich werde Prüfungen und Leiden in eine Segnung wandeln. (Und wie können wir den Segen im Leiden finden? Leiden macht uns demütig, lehrt uns, mehr Mitgefühl und Verständnis zu entwickeln, hält unseren Hochmut und unsere Überheblichkeit unter Kontrolle, weckt und entwickelt Kraft, Mut, Geduld, Widerstandskraft, Entschlossenheit, Glauben, Vertrauen, Bestrebung, Fertigkeit und Erfindungsreichtum, wie wir die jeweilige Situation handhaben. Und später können wir andere anregen und ihnen nützlich sein, indem wir unsere Mühen und Erfahrungen mit ihnen teilen.)

 

Ich werde mit offenem Herzen in die Klasse kommen.(Das Leben als Schule annehmen, in der wir allezeit neue Lektionen lernen und neue Entdeckungen machen.)

 

Ich werde/will in der Gegenwart leben, nicht in der Vergangenheit oder Zukunft.

Ich habe Konzentration und Fokus in allem, was ich tue.

Ich bin zuversichtlich, motiviert und inspiriert.

Ich lasse leicht und freudig los.

Ich empfange anmutig und dankbar.

 

Möge ich alles schätzen, was ich habe.

Ich freue mich. Ich bin dankbar für all die Segnungen in meinem Leben.

Auch dies wird vorübergehen. Ich werde mich wieder besser fühlen.

Möge ich mich selbst mit Augen des Verständnisses und der Liebe ansehen.

Möge ich fähig dazu sein, die Keime der Freude und des Glücks in mir selbst zu erkennen und zu berühren.

 

***

 

Natürlich kannst Du nicht all diese vielen Sätze oben wiederholen. Du könntest eine oder zwei oder ein paar Formulierungen wählen, die Du sinnvoll und passend für Deine gegenwärtige Situation findest. Ja nachdem, was Du nötig hast, kannst Du die Formulierungen oder Themen aussuchen, die relevant sind, oder Sätze zusammenstellen, die Du als am meisten für Deine Situation angebracht hältst.

 

***

 

Bedenke, daß Glücklichsein eine Haltung, eine Einstellung ist. Wir können einen glücklichen, heiteren und positiven geistigen Zustand kultivieren. Dann, sogar wenn die Dinge in geringem oder höheren Grade schwierig werden, stellen wir fest, daß uns unsere heitere und positive Haltung gute Dienste leistet. Wir merken, daß Friede und Glück eine innere Geisteshaltung darstellen, daß wir wählen können, glücklich zu sein, egal was kommt, da ja die Alternative ist, sich unglücklich und elend zu fühlen, was für uns gar nicht in Frage kommt. Deshalb sind wir entschlossen, in allen Lebenslagen glücklich zu sein. Wir kommen dazu, die Tatsache anzuerkennen, daß es in der Tat keinen Weg zum Glücklichsein gibt, sondern daß das Glücklichsein selbst der Weg ist.

 

Wir sollten unseren Erfolg und unseren Selbstwert an der Weisheit messen, die wir besitzen, an den zentralen inneren Werten, nach denen wir leben, danach, wie wir es in unserem Inneren aussieht, an unserem echten Herzen der Liebe und des Mitgefühls, an dem Guten, das wir tun, an unseren wahren Leistungen im Leben, und nicht an unseren materiellen Besitztümern, an Namen, Ruhm und Status. So lange wir unser Bestes versuchen, sollten wir nicht armselig von uns selbst denken, sondern gütig.

 

***

 

" Ich bin nur ein einziger Mensch. Aber immerhin einer.

Ich kann nicht alles tun, aber ich kann wenigstens etwas tun.

Ich werde mich nicht weigern, das zu tun, was ich tun kann."

- Helen Keller

 

"Mein Wille wird meine Zukunft formen. Ob ich versage oder Erfolg habe, soll niemandes Tat sein als meine eigene. Ich bin die Kraft. Ich kann jedes Hindernis vor mir aus dem Weg räumen oder ich kann im Irrgarten verlorengehen. Es ist meine Wahl, meine Verantwortlichkeit. Gewinnen oder verlieren, nur ich halte den Schlüssel zu meinem Schicksal."

- Elaine Maxwell

 

It matters not how strait the gate,

How charged with punishments the scroll,

I am the master of my fate:

I am the captain of my soul.

- William Ernest Henley

 

In etwa:

"Es ist egal, wie eng das (Himmels-)Tor,

wie sehr beladen mit Strafe mein Lebensbuch,

ich bin der Meister meines Schicksals,

ich bin der Kapitän meiner Seele."

- William Ernest Henley

 

oder:

"Was kümmert's, daß der Himmel fern

und daß von Straf' mein Buch erzähl',

ICH bin der Herr von meinem Stern,

ICH bin der Meister meiner Seel'!"

- William Ernest Henley (Übers. Walter A. Aue)

 

"Sei geduldig mit jedermann, vor allem aber mit dir selbst.

Lasse dich nicht entmutigen von deinen Unvollkommenheiten, sondern erhebe dich immer wieder mit frischem Mut.

Es gibt kein besseres Mittel zur Verwirklichung des spirituellen Lebens als immerfort von Neuem zu beginnen und nie zu denken, nun hättest du genug getan."

- St Francis de Sales

 

DER RICHTIGE WEG

 

"Ich mache mich täglich zu dem, was ich bin."

 

Ich erinnere mich und andere stets daran, daß es bei unserer Praxis mehr darum geht, wie wir von Augenblick zu Augenblick reagieren und mit unserem Leben umgehen – wie wir unseren Geist und unsere Herzen so viel Zeit wie möglich in einem heilsamen Zustand bewahren, den ganzen Tag lang.

 

Daher bemühen wir uns, die folgenden Geisteszustände zu pflegen:

 

ruhig, gelassen, gleichmütig, friedvoll, entspannt, ausgeglichen, gefaßt, besonnen;

 

achtsam, bewußt, in welchem Zustand sich Körper und Geist im gegenwärtigen Augenblick befinden, wie sie reagieren und sich verhalten;

 

heiter, glücklich, zufrieden, dankbar, leichten Herzens, lächelnd, lachend, einen Sinn für Humor haben;

 

freundlich, liebevoll, mitfühlend, hilfsbereit;

 

großzügig, freigiebig, teilen, jemanden eine Freude machen;

 

tolerant, geduldig, verständnisvoll, verzeihend, großherzig, demütig;

 

zuversichtlich, mutig, mit Glauben und Vertrauen auf sich selbst und in die gute Lehre;

 

entschlossen, beharrlich, zielorientiert, ausdauernd, nicht aufgebend;

 

fleissig, arbeitsam, beständig;

 

verantwortungsbewußt, diszipliniert, fähig, den Geist je nach Bedarf zurückzuhalten oder anzufeuern;

 

ehrlich, aufrecht, glaubwürdig, Integrität zeigend;

 

fokussiert, konzentriert, interessiert;

 

weise, das Große Ganze sehen, die Dinge in der rechten Perspektive sehen, die fünf Anhaftungsgruppen wahrnehmen und verstehen (Körper, Gefühl, Wahrnehmung, Geistesformationen, Bewußtsein); die sechs Sinnesgrundlagen (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten/Erfühlen, Denken); die drei Existenz-Merkmale (Unbeständigkeit/Vergänglichkeit, die dem Leben innewohnende Leidhaftigkeit, und Nicht-Selbst); und die Vier Edlen Wahrheiten (Leiden, die Ursache des Leidens, das Aufhören des Leidens, und der Weg, der zum Ende des Leidens führt);

 

und alle anderen gewandten und hilfreichen Zustände und Einstellungen/Haltungen des Geistes.

 

Wenn unzuträgliche oder unheilsame Geisteszustände auftreten so wie Haß, Ärger/Wut, Trauer, Unglücklichsein, Depression, Sorge, Angespanntheit, Angst/Furcht, Neid, Eifersucht, Geiz, geistiger Aufruhr, Verwirrung und Täuschung, sind wir uns dessen bewußt, versuchen, ruhig zu bleiben, und mit Bewußtheit und weiser Reflektion können wir diese unheilsamen Zustände bewältigen und die heilsamen/gesunden Zustände wiederherstellen.

 

Indem wir den Geist führen und leiten, machen wir es uns zur Gewohnheit, die meiste Zeit in einem heilsamen, guten Geisteszustand zu bleiben, d.h. heiter, friedvoll, achtsam, freundlich, liebevoll, großzügig, verständnisvoll und weise.

 

WIR MÜSSEN FREUDE IN UNSEREM LEBEN KULTIVIEREN

 

Manchmal denken wir, daß Freude etwas ist, das spontan aufkommt, daß es nichts oder wenig gibt, das wir dafür tun können, daß es etwas ist, das einzig und allein von äußeren Bedingungen abhängig ist.

 

Wie falsch wir da liegen!

 

Freude ist etwas, das wir (er-)schaffen können. Wir sind in der Lage, Freude zu kultivieren, bis wir nicht anders können, als meistens freudvoll zu sein. Wir können unseren Geist dahingehend konditionieren, gewohnheitsmäßig freudig zu werden – sogar angesichts von Schwierigkeiten.

 

Wie können wir das tun?

 

Es ist einfach eine Frage der Haltung/Einstellung und des Vorgehens. Die Einstellung mag wie eine kleine Sache scheinen, aber sie kann ganz sicher einen riesigen Unterschied in unserem Leben machen!

 

Zuerst müssen wir uns fest dazu entschließen, Freude in unserem Leben zu entwickeln und zu pflegen. Es muß uns klar sein, daß wir bewußt eine freudvolle Geisteshaltung, eine freudige Einstellung dem Leben gegenüber kultivieren müssen, daß sich eine solche Haltung sehr wohl entwickeln kann, und wir müssen das gleich vom heutigen Tag an ausführen (wenn wir nicht schon damit angefangen haben).

 

Also, was sind die Einstellungen, die einer freudvollen Geisteshaltung förderlich sind?

 

Fang mit einem Lächeln an. Mache es Dir zur Gewohnheit, zu lächeln. Lächle! Lächle viel! Lächle, während Du dies hier liest. Nimm wahr, wie Du Dich in dem Moment, in dem Du lächelst, sofort besser fühlst. Du lächelst aus keinem anderen Grund, als Dich gut oder besser zu fühlen. Sobald Du aufwachst, kannst Du lächeln und Glücklichsein für Dich selbst wünschen ("Möge ich glücklich sein!") und für andere ("Mögen alle Wesen glücklich sein!"). Lächle, während Du in's Bad gehst. Lächle, wenn Du in den Spiegel schaust. Und sage Dir: "Hier siehst Du den Menschen, der für Dein Leben verantwortlich ist!"

 

Des Weiteren übernimm die Verantwortung für Dein Leben. Gib nicht anderen die Schuld dafür, Dir Unglücklichsein zu bescheren. Lasse niemand verursachen, daß Du bitter, elend, mürrisch oder depressiv wirst.

 

Diese Welt ist weit davon entfernt, perfekt zu sein. Viele Dinge sind nicht recht. Es liegt an Dir, Dein eigenes Glück zu schaffen.

 

Wir kannst Du das machen?

 

Es gibt so viele Menschen, zu denen Du freundlich, liebevoll und gut sein kannst. Sei freundlich, zu so vielen Leuten wie möglich. Mache Dir Liebenswürdigkeit zur Praxis. Freundlichkeit ist der Weg zum Glücklichsein.

 

Mache es Dir zur Gewohnheit, anderen ein Lächeln zu schenken. Wenn Du lächelst, lässt Du es gleich zwei Personen sofort besser gehen – Dir selbst und dem Menschen, den Du anlächelst.

 

Ein Lächeln ist ein Zeichen von Freundlichkeit. Es ist also ein Akt der Liebenswürdigkeit. Es kann jemand anderen aufheitern, jemanden beruhigen, helfen, daß sich jemand besser fühlt, und wunderbarerweise sogar in Dir selbst eine gute Gemütsverfassung hervorbringen. Und es kostet absolut gar nichts!

 

Wie schade, daß viele Menschen die einfache Kunst des Lächelns vergessen haben. Es ist eine so einfache und preiswerte Art, einen angenehmen Geisteszustand zu schaffen.

 

Hört Euch die Lieder an: “You are never fully dressed without a smile” ("Du bist nie fertig angezogen ohne ein Lächeln") und “Smile though your heart is aching…” (Lächle, obwohl Dein Herz weh' tut"). Ihr könnt sie auf YouTube finden und den Wert eines Lächelns schätzen lernen.

 

Praktiziere Liebenswürdigkeit und Freundlichkeit in Gedanken (wünsche allen Gutes), Worten (sprich freundliche, sanfte, trostreiche, motivierende und ermutigende Worte) und Taten (biete eine Tasse Kaffe oder Tee an, gib jemanden zu essen, usw.; spende etwas von Deinem Geld oder Deinen Besitztümern; biete Deine Dienste an; sei gut und zuverlässig als Freund, Elternteil, Kind, Geschwister, Ehemann, Ehefrau, Liebhaber, Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Politiker, Lehrer, Führungskraft usw.).

 

Wenn Du Dich in Liebenswürdigkeit übst, fühlst Du Dich glücklich. Meistens kommt dann Freundlichkeit zurück zu Dir, was Dich wiederum glücklich macht. Aber auch wenn kein Entgegenkommen zu Dir zurückkehrt, bist Du doch glücklich, daß Du selbst gutherzig gewesen bist.

 

Wenn Du es bisweilen nicht fertig bringst, daß Du freundlich bist, dann bist Du wenigstens nicht unfreundlich. Zumindest würdest Du niemanden verletzen oder niemandem schaden. Daher ist das Allermindeste, daß wir Nicht-Gewalt und Harmlosigkeit praktizieren. Und Du kannst dennoch immer einen Metta-Gedanken auch an die Person senden, der Du Dich nicht so zugetan fühlst.

 

Beziehungen können eine Quelle von großem Glück oder großem Leid sein. Wir sind immer in Beziehung mit irgendwem in der Gesellschaft. Daher versuche, glückliche und harmonische Beziehungen mit allen (oder so vielen Menschen wie möglich) zu schaffen und zu pflegen – mit Deinem Ehepartner, Deinen Familienmitgliedern, all Deinen Lieben, Verwandten, Freunden, Lehrern und jedem Menschen, der in Dein Leben tritt.

 

Was unangenehme und unliebsame Menschen angeht, vermeide sie, so weit es geht, denn konfliktreiche und leidverursachende Beziehungen sind vergiftend und können neben Krankheit verursachen auch viel Glück in Deinem Leben zerstören. Wenn Du jedoch eine schwierige und leidige Person nicht vermeiden kannst, dann gib ganz besonders auf Deinen Geist Acht. Wann immer Du diese Person triffst oder an sie denkst, übe Dich in Gleichmut. Kultiviere einen Geist des Loslassens und der Nicht-Erwartung, so daß Du nicht weiterhin von dieser Person verletzt wirst.

 

Erlaube einer negativen oder schwierigen Person oder Situation nicht, Deine Stimmung in Mitleidenschaft zu ziehen. Wenn Du es erlaubst, daß Du Dich beeinflussen läßt, wirst Du stets verletzbar sein, denn wo immer Du auch hingehst, wirst Du schwierigen Menschen oder Situationen begegnen.

 

Also sage Dir, cool und ruhig zu bleiben, wann immer Du Dich in der Gegenwart schwieriger Menschen oder Situationen befindest. Sei gewandt darin, wie Du auf sie antwortest/reagierst. Nimm ruhig und weise Stellung statt emotional und ärgerlich.

 

Wiederhole oft für Dich selbst das "Ruhigsein-Mantra": "Ruhig, gefaßt, friedvoll, easy/leichten Herzens, relaxed," und das Metta (Liebende Güte) – Mantra: "Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge er oder sie glücklich sein. Möge ich glücklich sein."

 

Und wenn Du Dich gequält oder verletzt von jemandem fühlst, beobachte diesen Schmerz mit Achtsamkeit, und er wird schließlich weniger werden. Übe Dich in weiser Reflektion und lerne, loszulassen. Erinnere Dich selbst daran, gleichmütig zu bleiben und nicht weiter schmerzerfüllt, verletzt oder ärgerlich zu sein.

 

Nimm die Herausforderungen und Schwierigkeiten des Lebens gefaßt in Kauf. Betrachte sie als "Schrot für die Mühle", etwas, von dem wir lernen können und das wir in Weisheit wandeln können. Sie sind nicht ausschließlich negativ. Wir können das Positive und sogar den Segen in ihnen finden, wenn wir Geduld lernen, Gleichmut und die Weisheit, sinnvoll und geschickt darauf zu reagieren.

 

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Kultiviere einen Sinn für Humor. Nimm Dich selbst nicht zu ernst. Lerne, die leichtere und heitere Seite der Dinge zu sehen und lache, so viel Du kannst.

 

Wann immer wir lächeln und lachen, sondert die Hirnanhangsdrüse Endorphine ab, jene Chemikalien, durch die sich der Geist und der Körper gut fühlen. Endorphine sind die natürlichen und gesunden Opiate unseres eigenen Körpers. Sie lindern Schmerzen und fördern das Glücklichsein.

 

Meine Art von Humor schließt viel schwarzen Humor mit ein. Einer meiner Lieblingssprüche heißt: "Nimm' das Leben nicht so ernst, Du kommst hier eh' nie lebend 'raus!" oder "Sei heiter! Das Leben ist kurz, das Schlimmste kommt erst noch und bald sind wir alle tot!"

 

Ich sehe das so: Wann immer harte Zeiten kommen, sage ich mir, es ist okay, ich bin schon 58 Jahre alt. Ich habe bis jetzt recht gut und glücklich gelebt. Ich bin zufrieden mit meinem Leben. Wenn ich heute sterben sollte, hätte ich wenig zu bedauern. Meine Erinnerungen sind meist glücklich. Ich kann sogar in meinen Leidenszeiten einen Segen finden. Das Leben war im Großen und Ganzen gut zu mir.

 

Mir bleiben jetzt nicht mehr viele Jahre. Wohl wissend, wie schnell die Zeit vergeht, weiß ich, daß ich bald tot bin und alles vorbei ist. Ich muß nur geduldig sein, die nicht-so-vielen Jahre weiterzumachen, bis der Tod kommt und dann ist glückseligerweise alles zu Ende – zumindest für die Person in diesem Leben – dann ist die Person dran, die nach mir kommt und da weitermacht, wo ich zuletzt aufgehört habe (Hier, als Buddhist, bekenne ich mich zu dem Glauben an Wiedergeburt.)

 

Dies mag manchen als eine recht düstere Art erscheinen, das Leben zu betrachten, aber wenn ich zuzeiten auf diese Weise an den Tod denke, fühle ich mich sofort leichter und besser. Es ist alles nicht so schlimm. Ich kann weitermachen.

 

An den Tod zu denken, hilft mir auch, vieles loszulassen. Wenn ich ärgerlich werden sollte, mache ich mir klar, daß es gar keinen Sinn hat, mich zu ärgern. Es verletzt nur mich selbst und andere. Es ist besser für mich, mir meinen inneren Frieden und meine innere Festigkeit zu bewahren. Viele Dramen im Leben scheinen eher kleinlich und unscheinbar, wenn man über den Tod reflektiert. Es ist dann einfach, loszulassen und weiterzugehen.

 

Sollten wir an unserem Geld und unseren Besitztümern festhalten und nicht geben und teilen können, dann denken wir an den Tod, und daß wir nichts von dem, was wir besitzen, mitnehmen können, außer der Summe unserer guten und schlechten Taten (d.h. unser Karma), und es fällt uns somit leichter, loszulassen, zu geben und was immer wir haben, mit anderen zu teilen.

 

Wenn ich an den Tod denke und an die Kürze des Lebens, möchte ich ein sinnvolles und freudiges Leben leben. Ich möchte meine Tage nicht depressiv, bitter, grantig, verärgert, sorgenvoll und elend verbringen. Es gibt den Spruch: "Schwitz' nicht wegen Kleinigkeiten." Und viele Dinge, die uns jeden Tag passieren, sind Kleinigkeiten. Es hat keinen Zweck, sich darüber so zu ereifern. Besser, loszulassen, zu lachen und sie hinter sich zu lassen. Und auch wenn uns die "großen Brocken" eines Tages in den Weg rollen, müssen wir auch sie mit Gleichmut angehen. Dann ist es an der Zeit, all unseren Witz und unsere Weisheit aufzubieten und anzuwenden.

Daher kultiviere ich Freude und Frieden. Ich mache es zur Priorität, mit mir selbst und der Welt im Frieden zu sein. Und heiter und freudvoll an das Leben heranzugehen.

 

***

 

Aber an dieser Stelle möchte ich noch einmal betonen, daß wir das Leiden im Leben durchaus nicht verleugnen. Es ist nicht unsere Absicht, dies herunterzuspielen oder leichtfertig zu sein. Tatsache ist, daß der Buddha mit seiner allerersten Edlen Wahrheit verkündet hat, daß das Leben leidhaft ist. Und doch behauptete der Buddha, daß er der glücklichste Mann auf der Welt wäre!

 

Warum sagte er das? Weil er die Sehnsucht nach Sinnesfreuden und das Festhalten an alles in der Welt entwurzelt hatte. Er war vollauf zufrieden und friedvoll. Des Weiteren hatte er großes Mitgefühl für alle lebenden Wesen und von der Zeit seines Erwachens mit 35 bis zu seinem Tod mit 80 lehrte er die Menschen den Weg zum Glück.

 

Wenn wir unsere Sehnsüchte und unser Festhalten vermindern können, meditieren, um innere Ruhe und inneren Frieden zu entwickeln, liebenswürdig und mitfühlend sind, mit weniger zufrieden sein können und unsere Segnungen zählen und all die rechten Werte und Einstellungen in unserem Leben kultivieren, dann können wir freudvoller und friedvoller leben.

 

Es gibt sehr wohl Leiden, aber wir wissen, wie wir damit gleichmütig und heiter umgehen können. Wir brauchen nicht depressiv und traurig zu werden. Wir können weiterhin Freude und Frieden kultivieren, uns in Geduld üben, in Ausdauer, Liebe und Güte, Großzügigkeit, Mut, Vertrauen und Zuversicht, Beharrlichkeit, Entschlossenheit, Ehrlichkeit, Integrität und all den wunderbaren Werten im Leben.

 

Und vergesst nie den Wert eines Lächelns.

 

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Aus den Lehrreden des Buddha:

 

DIE 11 SEGNUNGEN VON METTA

 

So habe ich gehört:

 

Zu einer Zeit weilte der Erhabene in der Nähe von Savatthi in Jetavana in Anathapindikas Kloster. Da wendete er sich an die Mönche und sagte: "Mönche." "Ehrwürdiger Herr," antworteten die Mönche. Der Erhabene sprach dann das Folgende:

 

"Mönche, wird die Befreiung des Geistes durch Liebende Güte entwickelt und gepflegt, oft geübt, zur Triebfeder und Grundlage gemacht, gründlich gefestigt, verankert und rechtmäßig ausgeführt, kann man elf Segnungen erwarten. Welche elf?

 

1. Man schläft friedlich.

 

2. Man hat keine schlechten Träume.

 

3. Man wacht glücklich auf.

 

4. Man ist menschlichen Wesen lieb.

 

5. Man ist nicht-menschlichen Wesen lieb.

 

6. Devas (göttliche Wesen) beschützen einen.

 

7. Feuer, Gift und Waffen können einen nicht verletzen.

 

8. Man kann seinen Geist leicht konzentrieren.

 

9. Der Gesichtsausdruck ist klar.

 

10. Man stirbt ohne Verwirrung.

 

11. Falls man nicht Arahantschaft (das Ende der Wiedergeburt) erreicht, wird man in der Brahma-Welt wiedergeboren.

 

Anguttara Nikaya, 11.

 

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DAS GLEICHNIS VON DER SÄGE

 

"Ihr Mönche, selbst wenn Euch Räuber brutal mit einer Doppelgriffsäge Glied für Glied zerstückeln würden, würde derjenige, der einen hasserfüllten Geist ihnen gegenüber entstehen ließe, meine Lehren nicht befolgen. Darin, ihr Mönche, sollt ihr Euch in dieser Weise üben: "Unser Geist wird unbeeinträchtigt bleiben, und wir werden keine böswilligen Worte äußern; wir werden mit Mitgefühl für ihr Wohlergehen verweilen, mit einem Geist liebender Güte, ohne inneren Hass.

Wir werden verweilen, indem wir sie mit einem Herzen durchdringen, das von Liebender Güte erfüllt ist; und bei ihnen beginnend werden wir verweilen, indem wir die allumfassende Welt mit einem Geiste durchdringen, der von Liebender Güte erfüllt ist, unerschöpflich, erhaben, unermeßlich, ohne Feindseligkeit und ohne Übelwollen.' Auf solche Weise solltet ihr euch üben, ihr Mönche."

 

"Ihr Mönche, wenn ihr diesen Ratschlag vom Gleichnis von der Säge beständig in eurem Geiste bewahrt, seht ihr dann irgendeine Redeweise, unbedeutend oder grob, die ihr nicht ertragen könntet?" - "Nein, ehrwürdiger Herr." - "Daher, ihr Bhikkhus, solltet ihr diesen Ratschlag vom Gleichnis von der Säge beständig in eurem Geiste bewahren. Das wird für lange Zeit zu eurem Wohlergehen und Glück gereichen."

 

- aus Maijhima Nikaya, Sutta Nr. 21 (nach der Übersetzung Pali-Englisch von Bhikkhu Nanamoli and Bhikkhu Bodhi)

 

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DIE BEFREIUNG DES HERZENS DURCH LIEBENDE GÜTE

 

"Keinen andere Vorgang kenne ich, ihr Bhikkus, durch den nicht-entstandene Böswilligkeit nicht entsteht, und entstandene Böswilligkeit aufgegeben wird, wie so deutlich diesen: die Befreiung des Herzens durch Liebende Güte. Für den, der die Befreiung des Herzens durch Liebende Güte richtig pflegt, für den entsteht nicht-erstandene Böswilligkeit nicht, und entstandene Böswilligkeit wird aufgegeben."

 

- Anguttara Nikaya

 

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DAS ENTRINNEN AUS DER BÖSWILLIGKEIT

 

"Hier, Freunde, könnte ein Mönch sagen: "Wenn die Erlösung des Geistes durch Liebende Güte entwickelt und gepflegt wird, häufig geübt, zur Triebfeder und Grundlage gemacht, gründlich gefestigt, verankert und rechtmäßig ausgeführt, so wird doch Böswilligkeit noch in meinen Geist eindringen und dort bestehen.' Ihm sollte gesagt werden, 'So ist es nicht. Lass' dies den Ehrwürdigen nicht sagen. Lass' ihn den Ehrwürdigen nicht falsch wiedergeben. Es ist nicht gut, den Ehrwürdigen falsch wiederzugeben. Der Ehrwürdige würde sicherlich nicht auf solche Weise sprechen.'

 

"Freunde, es ist unmöglich, es kann nicht geschehen, wenn die Befreiung des Geistes durch Liebende Güte entwickelt und gepflegt wird, häufig geübt, zur Triebfeder und Grundlage gemacht, gründlich gefestigt, verankert und rechtmäßig ausgeführt, daß Böswilligkeit in den Geist eindringen und dort bestehen kann. Denn dies, Freunde, ist das Entrinnen aus der Böswilligkeit, nämlich die Befreiung des Geistes durch Liebende Güte."

 

- aus der Digha Nikaya, Sutta 33

 

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EINE ERHABENE/GÖTTLICHE LEBENSWEISE

 

"Und er sollte wünschen: Mögen alle Wesen glücklich und sicher sein! Mögen sie alle einen glücklichen Geist haben! Was es auch an lebenden Wesen geben möge, ob sie schwach oder stark sind, ausnahmslos, lang, groß, oder mittelgroß, kurz, feinstofflich, oder grob, sichtbar oder unsichtbar, ob sie nahe oder fern leben, geboren sind oder der Geburt zustreben – mögen sie alle glücklich sein!

 

Niemand betrüge einen anderen, oder verachte irgendwen irgendwo. Weder in Ärger oder Böswilligkeit sollte irgendjemand einem anderen Unheil wünschen. Wie eine Mutter ihr eigenes Leben auf's Spiel setzen würde, um ihr einziges Kind zu beschützen, gerade so sollte man ein grenzenloses Herz der Liebe allen lebenden Wesen gegenüber pflegen. Man entwickle dieses grenzenlose Herz der Liebe für die ganze Welt - nach oben, nach unten, nach allen Seiten, ungehindert, ohne Feindseligkeit und ohne Böswilligkeit.

Ob im Stehen oder Gehen, Sitzen oder Liegen, oder solange man wach ist, sollte man diese Achtsamkeit der Liebe entwickeln – dies, in der Tat, wird eine erhabene, göttliche Lebensweise genannt."

 

- aus dem Metta-Sutta, Sutta Nipata

 

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DIE VORZÜGLICHKEIT VON METTA

 

"Mönche, was es auch an Arten des weltlichen Verdienstes geben mag, alle sind nicht einmal ein Sechzehntel der Befreiung des Herzens durch Liebende Güte wert; an Leuchten und Glanz und Strahlen übertrifft sie die Befreiung des Herzens durch Liebende Güte bei Weitem.

"Ebenso, was es auch an Licht der Sterne geben mag, alles ist nicht einmal ein Sechzehntel des Mondlichtes wert; an Leuchten und Glanz und Strahlen ist das Mondlicht bei Weitem überragend; und ebenso, wie im letzten Monat der Regenzeit, im Herbst, wenn die Himmel klar sind, die aufsteigende Sonne mit ihrem Leuchten und Glanz und Strahlen alle Dunkelheit vom Himmel vertreibt; und ebenso, wenn die Nacht sich in Morgendämmerung wandelt, der Morgenstern scheint und glänzt und strahlt; so sind auch, was immer es an Arten des weltlichen Verdienstes geben mag, alle nicht einmal ein Sechzehntel der Befreiung des Herzens durch Liebende Güte wert; an Leuchten und Glanz und Strahlen übertrifft sie die Befreeiung des Herzens durch Liebende Güte bei Weitem."

 

- Itivuttaka, Sutta 27

 

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SELBST EIN FINGERSCHNIPPEN LANG

 

"Bhikkus, when ein bhikkhu nur ein Fingerschnippen lang Liebende Güte kultiviert, wird er ein bhikkhu genannt. Es wird ihm nicht an Jhana-Meditation mangeln, er folgt den Lehren des Meisters, er geht auf Ratschlag ein, und er isst nicht umsonst die Almosen-Nahrung des Landes. Also was kann man sagen von denen, die sie (Liebende Güte) oftmals entwickeln?"

 

- Anguttara Nikaya

 

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"Hass endet niemals durch Hass.

Nur durch Liebe endet er.

Dies ist ein ewiges Gesetz."

 

- Dhammapada 5

 

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Anregende Aussprüche unserer Zeit:

 

WIE SIEHT ES IN DEINEM HERZEN AUS?

 

"Wie sieht es in deinem Herzen aus? Das wollten sie wissen. Sie brachten jemanden herein, der gerade gestorben war. Sie machten sich daran, ihr Herz zu öffnen. Du würdest es nicht glauben, was da drin war. Du würdest es nicht glauben – Weiße, Schwarze, Atheisten, Reiche, Arme, Besoffene, Prostituierte, Priester, Politiker, Kinder, Richter, Baseballspieler, Grantler, und ich – sogar ich – wie kam ich denn da hinein? Werde ich so sein, wenn ich sterbe? Wenn sie mein Herz öffnen, was werden sie finden?"

- Vater Theophan, Trappistenmönch

 

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"So viele Götter, so viele Glaubensbekenntnisse,

so viele Wege, die sich winden und winden,

wo doch nur die Kunst, freundlich zu sein,

alles ist, was diese traurige Welt braucht."

- Ella Wilcox

 

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"Liebe ist wie Brot. Man muß es jeden Tag frisch machen."

- Unbekannt

 

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"Ich bin nicht mehr länger so begeistert von Fachwissen, wie ich es einmal war.

Vielleicht wird der Wert eines jeden Lebens mehr nach Herzlichkeit als nach Kompetenz bemessen."

- Rachel Naomi Remen

 

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"Widme dich der Liebe zu anderen, widme dich deiner Gesellschaft, die dich umgibt, und widme dich dem Schaffen von etwas, das dir Zweck und Sinn gibt."

- Morrie Schwartz

 

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Appendix

 

Anweisungen zur Praxis der vier Brahma-Viharas (Göttliche/Edle/Erhabene Verweilungszustände)

von Visu

 

Metta meditation

 

Möge ich glücklich sein.

Möge ich sicher sein.

Möge ich friedvoll sein.

Möge ich gesund sein.

Möge ich freudig für mich selbst sorgen.

 

Möge Soundso (Name) glücklich sein.

Möge er/sie sicher sein...

 

Mögen alle Wesen glücklich sein.

Mögen sie sicher sein....

 

(Detailliertere Anweisungen findet Ihr in der Grundlegenden Anleitung zur Metta-Meditation)

 

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Karuna (Mitgefühl) – Meditation

 

Wir richten unser Augenmerk auf jemanden, der leidet, körperlich und/oder geistig, und wünschen für diesen Menschen:

"Möge SoundSo (Name) frei sein von diesem Leiden."

"Möge er/sie frei sein von diesem Leiden."

 

Du kannst auch Sätze verwenden wie:

"Möge er/sie geheilt sein."

 

(Denke daran, daß "Heilung" sich sowohl auf

1. körperliche Gesundung oder Heilung beziehen kann als auch auf 2. geistige Heilung im Sinne von Befreitsein von mentalem Leiden wie Depression, Bitterkeit, Hass, Ärger, Sorge, Angespanntheit, Seelenqual, Angst usw. Ein Mensch ist vielleicht von schmerzlichen oder enttäuschenden Erfahrungen im Leben geistig/seelisch verletzt. Daher kann der Satz "Möge sie/er geheilt sein" ebenso auf geistige Heilung beziehen.)

 

"Möge er/sie von dieser Krankheit gesunden."

"Möge er/sie sich von dieser Depression erholen."

(Bildet Eure eigenen Sätze, die für die betreffende Person für Bedeutung/relevant sind.)

 

"Möge sie/er das Leiden aushalten/ertragen/verkraften können."

"Möge sie/er ruhig sein, friedvoll, sogar heiter."

 

(Ob jemand geheilt wird oder nicht, so hat er doch seinen Zustand zu ertragen.)

 

Du kannst auch an Menschen denken, die an verschiedenen Orten der Welt leiden, wie z.B. in Irak (wo die Menschen entsetzt und terrorisiert sind, u.a. durch Selbstmordbomben), Burma (wo die Menschen sehr arm und von der Militärdiktatur unterjocht sind), Afrika (wo Menschen verhungern und von unterdrückenden und korrupten Regimes beherrscht werden), China (wo viele sehr arm sind und ausgebeutet werden, extrem niederen Lohn bei extrem langen Arbeitszeiten erhalten), und Du kannst wünschen, daß diese Menschen frei sein mögen von Leiden. Du kannst Sätze finden, die relevant sind und der Situation angemessen.

 

Du kannst an die kranken, heimatlosen, behinderten, armen, bedürftigen, unterdrückten, angstvollen, depressiven, unglücklichen usw. Menschen auf der ganzen Welt denken und wünschen, daß ihnen geholfen werden kann, daß sie frei sein mögen von Leiden, usw.

 

Du kannst auch eine allgemeingültige Aussage für alle Wesen machen, indem Du denkst und wünschst: "Mögen alle Wesen frei sein von Leiden."

 

Eigentlich, wenn wir darüber nachdenken, ist niemand frei von Leiden. Jeder hat im Leben Leid zu ertragen, manche mehr, manche weniger.

 

Für Dich selbst kannst Du natürlich auch wünschen: "Möge ich frei sein von Leiden." Was immer Du für Leiden haben magst, körperlicher oder geistiger Art, an dies kannst Du denken und wünschen, daß Du von diesem Leiden frei sein mögest.

Du kannst diese Aussage auch in einem mehr allgemeinen Sinne verstehen – daß Du befreit sein mögest von Samsara und das höchste Glück des Nibbana erreichen mögest.

 

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Mudita (Anerkennende Freude) – Meditation

 

Für Dich selbst: Wiederhole immer wieder die Sätze: "Ich freue mich. Ich bin glücklich. Ich bin dankbar", und denke an all die Segnungen, all das Gute in Deinem Leben. Es gibt unzählige Dinge, an die Du denken und über die Du Dich glücklich fühlen kannst. Wenn Du anfängst, Deinen Geist auf das Zählen Deiner Segnungen auszurichten, wirst Du überrascht sein, wie viele Dinge Du findest, für die Du dankbar sein kannst.

 

Du kannst dankbar sein und Dich freuen über all die vielen Dinge, die in Deinem Leben gut und recht laufen und die Du vielleicht als selbstverständlich betrachtet hast. Oft tendieren wir dazu, unser Augenmerk auf das zu richten, was falsch läuft. Aber wenn wir unseren Blickwinkel ändern und auf das schauen, was gut ist, dann fühlen wir uns besser; wir merken, daß die Dinge gar nicht so schlecht stehen, daß es eigentlich so viel gibt, das wir schätzen und wofür wir dankbar sein können.

 

Denke an Deine Lieben – wie glücklich Du Dich schätzen kannst, daß Du sie hast und daß Du von ihnen sehr geliebt, viel unterstützt und gut behandelt wirst.

 

Denke an Deine Freunde – die vielen Taten der Freundlichkeit, die Du von ihnen empfangen hast, die Freundschaft und das Glücklichsein, das sie Dir gegeben haben.

 

(Manchmal magst Du einige negative oder unglückliche Erfahrungen mit Deinen Lieben oder Freunden gemacht haben. Aber hier konzentrieren wir uns auf das Positive. Du betonst das Positive, weil Du in Dir das Gefühl der Freude über die positiven und glücklichen Erfahrungen in Deinem Leben in hervorrufen möchtest. Du verleugnest das Negative nicht, aber indem Du an das Positive denkst, hilft Dir das, Dein Gefühl auszugleichen, so daß Du doch etwas findest, worüber Du Dich freuen kannst.)

 

Für uns Buddhisten, denkt daran, was für ein Glück und Segen es ist, daß wir die Lehren des Buddha gefunden haben, die solch eine unersetzbare Führung für uns sind durch den Irrgarten des Samsara zu unserem Ziel, das Glück des Nibbana zu erreichen. Aber jede und jeder, egal welchen Bekenntnisses, kann im Dhamma (der Lehre des Buddha) verlässliche, inspirierende und praktische Anleitung und Führung finden, wie wir unseren Geist in einem heilsamen Zustand bewahren und ein glücklicheres, friedvolleres Leben führen, und dankbar dafür sein.

 

Denke an all die schönen und heilsamen Werte wie liebende Güte, Mitgefühl, Großzügigkeit, Weisheit, Geduld, Ausdauer, Entschlossenheit usw, die Du nun in Dir trägst und die Du fortwährend kultivierst, vermehrst und stärkst. Keiner kann Dir diese Werte nehmen. Egal was kommt, unter allen Umständen, Du kannst immer fortfahren, alle diese Werte auszuüben.

 

Es gibt eine Vielfalt von Gründen, dankbar zu sein: einigermaßen gute Gesundheit zu besitzen; genug zu haben, um unsere Grundbedürfnisse zu decken – Nahrung, Unterkunft, Kleidung usw.; eine passende Arbeit oder Karriere zu haben; bestimmte Fertigkeiten und Talente zu besitzen; über Intelligenz und Wissen zu verfügen; jetzt diese wertvolle Gelegenheit zur Meditation wahrzunehmen zu können; gereist zu sein und wunderbare Landschaften gesehen zu haben usw.

 

Erinnere Dich an den Spruch: "Wenn Du keine Schuhe hast, denke an die, die keine Füße haben.'

 

Selbst wenn wir uns an gewisses Leiden in unserem Leben erinnern, können wir den positiven Aspekt betrachten und froh sein, daß wir dadurch etwas gelernt haben, daß wir gelernt haben, loszulassen und wie wir ein besserer Mensch werden können. Wir erkennen auch das Bedürfnis, den Geist zu reinigen und Gier, Hass und Täuschung zu entwurzeln, die die Grundursachen des Leidens sind.

 

Während Du Dir all die Segnungen in Deinem Leben in's Bewusstsein rufst, wiederhole die Sätze: "Ich freue mich. Ich bin glücklich." Die Wiederholung eines Satzes (wie ein Mantra) ist ein Weg, den Geist zu beruhigen und zu entspannen und darüberhinaus die Eigenschaft der Freude in uns hervorzurufen.

 

Zusatzlich kannst Du gelegentlich diese Sätze hinzufügen: "Möge, was ich habe, nicht verlorengehen. Möge ich weiterhin Erfolg haben und gedeihen." (Erfolg haben nicht nur im materiellen Sinne, sondern auch spirituell, indem wir die Kraft unserer spirituellen Werte vermehren.)

 

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Anerkennende Freude für andere kultivieren:

 

Denke an jemanden und wie diese Person auf die eine oder andere Art vom Glück begünstigt ist. Wiederhole den Satz: "Ich bin glücklich. Ich freue mich für Dich." Du kannst des Weiteren hinzufügen: "Möge, was Du hast, nicht verlorengehen. Mögest Du weiterhin Erfolg haben und gedeihen."

 

Die Menschen haben alle ihre Segnungen. Auf gewissen Gebieten geht es ihnen gut in ihrem Leben. Du kannst Dein Augenmerk auf ihre begünstigten Bereiche richten.

 

Wenn z.B. jemand Reichtum besitzt, der rechtmäßig verdient oder erhalten wurde, kannst Du, anstatt eifersüchtig oder neidisch zu sein, glücklich für denjenigen sein. Die Praxis von Mudita dient dem Zweck, Neid und Eifersucht entgegenzuwirken und uns zu befähigen, uns für andere zu freuen. Indem wir uns freuen, erzeugen wir Glücklichsein in uns selbst und befreien unseren Geist von den unheilsamen Gefühlen des Neids und der Eifersucht.

 

So wie Du haben auch andere geliebte Menschen in ihrem Leben, die sie lieben und für sie sorgen; sie haben gute Beziehungen mit ihren Lieben; gute Gesundheit; genug, um ihre Grundbedürfnisse zu decken (Nahrung, Unterkunft, Kleidung usw.); sie haben ihre Begabungen, Kompetenzen und Fertigkeiten; sie sind in ihren Studien erfolgreich; sie haben eine gute Arbeitsstelle oder erfolgreiche Karriere; sie haben eine anerkannte Position im Leben; sie haben - was ganz wichtig ist - das Buddha-Dhamma oder gute spirituelle Lehren als ihre Führung im Leben; sie machen gute Fortschritte in ihrem spirituellen Leben; sie haben die rechten Haltungen, Einstellungen und Werte, die dem Glücklichsein zuträglich sind; sie sind liebevoll, freundlich, großzügig usw.

 

Wenn Du Dir eine bestimmte Person in's Bewusstsein rufst mit der Absicht, irgendetwas zu finden, worüber Du Dich für sie freuen kannst, wird Dir tatsächlich etwas einfallen, worin sie begünstigt oder womit sie gesegnet sind. Selbst wenn jemand ein Leiden in seinem Leben hat, wird es irgendeinen günstigen Aspekt geben, über den Du Dich für sie freuen kannst. Wenn z. B. jemand krank ist, hat er vielleicht seine Lieben, die sehr gut für ihn sorgen, oder er erträgt sein Leiden auf bewundernswerte Weise, bewahrt sich doch geistige Gelassenheit, Frieden und Heiterkeit. Dafür kannst Du Dich für ihn freuen.

 

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Upekkha (Gleichmut) – Meditation

 

Du könntest die folgenden Sätze benutzen:

 

"Möge ich gleichmütig sein."

"Möge ich friedvoll sein."

"Möge ich ruhig/gelassen sein."

 

"Ich bin offen, ausgeglichen und friedvoll."

"Ich nehme es hin, bin ausgeglichen und friedvoll."

"Upekkha, Upekkha, Gleichmut, Gleichmut."

"Ich bin gelassen, ruhig, friedvoll, leichten Herzens, entspannt."

"Möge ich zu gegebener Zeit gleichmütig sein."

" Möge ich das Entstehen und Vergehen der Dinge mit Gleichmut betrachten."

"Möge ich den acht weltlichen Bedingungen gegenüber gleichmütig sein."

"Möge ich leichtfüßig über alle Unebenheiten wandeln."

"Möge ich mit mir selbst und der Welt im Frieden sein."

"Alle Wesen sind Eigner ihres Kamma."

"Wir sind Besitzer unseres Kamma."

"Ich bin Eigentümer meines Kamma, Erbe meines Kamma, hervorgebracht durch mein Kamma, bezogen auf mein Kamma, und habe Kamma als meine wahre Zuflucht."

 

Wenn Du z.B. den Satz wählst: "Ich bin offen, ausgeglichen und friedvoll.", dann wiederholst Du dies immer wieder, um so den Geist zu beruhigen und Dir diesen Gedanken und die Neigung zu Offenheit, Ausgeglichenheit und Frieden in Deinem Geist einzuprägen.

 

Was meinen wir mit Offenheit? Es kann vielerlei bedeuten. Ich verstehe es in dem Sinne, offen zu sein für alle Veränderungen, Unsicherheiten, Höhen und Tiefen im Leben. Was immer auch geschieht, ich möchte offen, flexibel und anpassungsfähig sein. Ich möchte achtsam sein und fortwährend mein geistiges Gleichgewicht und meine Fassung bewahren, während ich weise und geschickt auf die jeweilige Situation eingehe.

 

Was meinen wir mit akzeptieren? Ähnlich wie mit Offenheit verstehe ich dies als Akzeptanz der Höhen und Tiefen im Leben. Offen für sie zu sein, nach Wachstum zu streben und danach, von allen Erfahrungen im Leben zu lernen und mit der Zeit auf die Entfernung von Gier, Hass und Täuschung hinzuarbeiten, die die Grundbedingungen des Leidens sind. Akzeptieren kann auch bedeuten, unsere Beschränkungen, Mängel und Unvollkommenheiten zu akzeptieren, uns selbst nicht zu hassen oder zu hart oder abwertend mit uns zu sein, sondern sanft, liebevoll, mitfühlend und geduldig mit uns selbst. Wir alle versuchen, uns zum Positiven zu verändern und bessere Menschen zu weden. Wir müssen unsere guten Eigenschaften anerkennen. Wir sind ja bereits gut und versuchen, besser zu sein. Wie der Spruch sagt: "Ich bin vielleicht nicht perfekt, aber Teile von mir sind ausgezeichnet!", oder "Ich mag vielleicht nicht perfekt sein, aber ich bin recht gut!", und in einem leichteren Ton: "Ich bin vielleicht nicht perfekt, aber so nahe dran, daß es schon zum Fürchten ist!"

 

Die acht weltlichen Bedingungen sind Gewinn und Verlust, Freude und Leiden, Lob und Tadel, Ruhm und Verruf. Sie alle kommen und gehen, den Umständen entsprechend. Wir möchten uns angesichts dieser wechselhaften Bedingungen in Gleichmut üben. Wir möchten nicht am Angenehmen festhalten oder dem Unangenehmen mit Widerwillen begegnen. Was wir anstreben ist, die Weisheit zu kultivieren, zu erkennen, daß alle Bedingungen unbeständig sind und dem Wechsel unterworfen. Wichtig ist, wie wir auf diese Bedingungen eingehen, wie wir unser geistiges Gleichgewicht, unsere Ausgeglichenheit, bewahren und fortwährend unsere Werte verwirklichen, bei jeder "Wetterlage".

 

Wenn alles gut läuft, sollten wir uns bewusst sein, daß auch dies unbeständig ist und dem Wechsel unterworfen. Das soll nicht unser Glück dämpfen, sondern uns helfen, bereit zu sein für unwillkommene Veränderungen und Entwicklungen. Und wenn harte Zeiten kommen, können wir die Wirklichkeit eher akzeptieren (so ist das Leben) und uns mehr damit befassen, wie wir darauf eingehen, als daß wir bestürzt sind über das, was uns widerfahren ist.

 

Wir können auch in folgender Weise über Altern, Krankheit und Tod reflektieren: "Alle Wesen sind Altern, Krankheit und Tod unterworfen. Ich akzeptiere dies und stelle mich diesen Tatsachen mit Gleichmut. Ich werde in Frieden damit sein." Während wir diese Sätze wiederholen, können wir auch in uns den Vorsatz

hervorrufen, unser Leben sinnvoll und schön gestalten zu wollen.

 

Kamma (Karma) enspricht der Tat. Wir übernehmen Verantwortung für unsere Taten. Ebenso müssen andere die Verantwortung für ihre Taten übernehmen und damit die Folgen, angenehm oder unangenehm, die sie tragen müssen. Was immer wir tun, wir akzeptieren die Konsequenzen. Wir wissen, daß gute Taten Gutes erzeugen und schlechte Taten Schlechtes. Daher streben wir für uns selbst danach, das Gute zu kultivieren. Und was immer wir für unzuträgliche Taten wir in der Vergangenheit ausgeführt haben, deren karmische Ergebnisse können wir "verdünnen" oder abschwächen durch all das Gute, das wir nun zunehmend tun.

 

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Die vier Brahma-Viharas (göttliche Verweilungszustände) stellen wesentliche Qualitäten dar, die unseren Geist aufrichten und veredeln. Sie sind dem Frieden und dem Glücklichsein zuträglich.

 

Indem wir die betreffenden Sätze wiederholen, schließen wir externe und negative Gedanken aus. Dies wird uns eine gewissen geistige Ruhe bescheren. Zusätzlich prägen wir in unseren Geist die rechten Gedanken und Haltungen ein. Wir konditionieren unseren Geist dahingehend, weiser und glücklicher zu werden.

 

Denke bitte daran, daß zusätzlich zur formellen Meditation diese Praktikenin unserem täglichen Leben angewendet werden sollten. Wenn Du mit Deinem Alltag zu Werke gehst, kannst Du immer wieder einen Gedanken in's Bewusstsein rufen: "Möge Soundso glücklich sein..., all diese Menschen um mich herum...., mögen alle Wesen glücklich sein... möge ich glücklich sein."

Was Mitgefühl angeht kannst Du ebenso wünschen: "Mögest Du..., jemand, den Du kennst..., oder alle Wesen frei von Leiden sein."

Für anerkennende Freude sage einfach hin und wieder: "Ich freue mich. Ich bin glücklich.", und denke an etwas, an irgendetwas, über das Du Dich freuen kannst. (Wenn ich z.B. jetzt tippe, kann ich mich darüber freuen, daß ich überhaupt tippen kann und über diese Praxis schreiben, die sowohl mir als auch anderen helfen kann. Ich freue mich, daß ich die Bemühung unternehme, all dies aufzuschreiben. Und ich lächle und fühle mich glücklich jetzt, wo ich dies schreibe. Du siehst, es braucht nicht viel, um sich zu freuen und sich glücklich zu fühlen über irgendetwas.)

Im gleichen Sinne wünschst Du für andere: "Ich freue mich für Dich. ... Möge, was Du hast, nicht verlorengehen. ... Möge er/sie weiterhin Erfolg haben und gedeihen... ", usw.

Was den Gleichmut angeht, kannst Du hier und da zu Dir selbst sagen: "Möge ich gleichmütig sein. Möge ich friedvoll sein. Möge ich ruhig/gelassen sein.", um Dich selbst daran zu erinnern, eine gewissen Ausgeglichenheit des Gleichmuts in Deinem Lebe zu bewahren.

 

Des Weiteren kannst Du immer wieder über die Lehren des Buddha reflektieren, über die Vier Edlen Wahrheiten, die Drei Charakteristika der Existenz, die Fünf Anhaftungsgruppen, die Sechs Sinnesgebiete usw., auf eine Art, die Dir hilft, gut und glücklich zu leben, mit Verständnis und Wertschätzung unseres endgültigen Zieles des Erreichen des Nibbana, das das Ende allen Leidens und die Verwirklichung des höchsten Friedens und Glücks darstellt.

 

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"Freunde, es ist unmöglich, es kann nicht geschehen, wenn die Befreiung des Geistes durch Liebende Güte entwickelt und gepflegt wird, häufig geübt, zur Triebfeder und Grundlage gemacht, gründlich gefestigt, verankert und rechtmäßig ausgeführt, daß Böswilligkeit in den Geist eindringen und dort bestehen kann. Denn dies, Freunde, ist das Entrinnen aus der Böswilligkeit, nämlich die Befreiung des Geistes durch Liebende Güte."

- aus der Digha Nikaya, Sutta 33

 

"Keinen andere Vorgang kenne ich, ihr Bhikkhus, durch den nicht-entstandene Böswilligkeit nicht entsteht, und entstandene Böswilligkeit aufgegeben wird, wie so deutlich diesen: die Befreiung des Herzens durch Liebende Güte. Für den, der die Befreiung des Herzens durch Liebende Güte richtig pflegt, für den entsteht nicht-erstandene Böswilligkeit nicht, und entstandene Böswilligkeit wird aufgegeben."

- Anguttara Nikaya

 

"Liebe ist wie Brot. Man muß es jeden Tag frisch machen."

- Unbekannt